Marktreport Erstellt am  16. April 2026
Gold vor dem Comeback? Was jetzt für den Markt spricht
Gold auf der Suche nach dem nächsten Trend
Die Märzkorrektur hat eine deutliche Marktbereinigung beim Goldpreis ausgelöst: Die Notierung fiel um zwölf Prozent und verzeichnete damit die schwächste Monatsperformance seit Oktober 2008. Das Edelmetall gab in allen wichtigen Währungen nach, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin mit rund elf Prozent im Plus. Trotz der Schwäche im März erreichte Gold im ersten Quartal mit durchschnittlich 4.873 Dollar je Unze einen neuen Rekord auf Quartalsbasis – bereits die zehnte Bestmarke in Folge. In dem Maße, wie die Ölpreise im Verlauf der zurückliegenden Woche einen Teil ihrer Gewinne wieder abgaben, verringerte sich auch beim Gold die Abwärtsdynamik.

Unterstützung kommt zuletzt wieder von ETF-Investoren, die die niedrigeren Kurse offenbar für Zukäufe nutzen. Nach dem kräftigsten monatlichen Rückgang seit September 2022 mit Abflüssen von 84 Tonnen im März hat sich das Bild gedreht: Seit Anfang April flossen den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs bis zum Ende der vergangenen Woche wieder 25 Tonnen zu. Auf der Käuferseite sticht vor allem Asien hervor, wo die Zuflüsse im ersten Quartal ein Rekordniveau erreichten. Selbst im März wurden zehn Tonnen investiert.
Anzeichen einer Stabilisierung
Auch China nutzte die Schwächephase gezielt für Zukäufe und erwarb rund 160.000 Unzen Gold – der größte monatliche Ankauf seit Februar 2025 und zugleich so viel wie in den fünf Monaten zuvor zusammen. Polen hat seine Goldreserven inzwischen sogar so stark ausgebaut, dass deine Bestände sowohl die der Bank of England als auch die der Europäischen Zentralbank übertreffen.

Derweil mehren sich am Goldmarkt weitere Anzeichen einer Stabilisierung. Der Dollar konnte die zuletzt markierten Höchststände nicht überwinden und verlor stattdessen spürbar an Boden. Damit entfällt ein zentraler kurzfristiger Belastungsfaktor für Gold. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Investoren außerhalb des Dollarraums attraktiver und stützt damit die Nachfrage.

Weitere Impulse liefern die geldpolitischen Erwartungen: In den USA hat die Straffungsrhetorik zuletzt an Schärfe verloren, wodurch zwischenzeitlich eingepreiste Zinserhöhungen wieder aus dem Markt genommen werden könnten. Laut Daten des FedWatch-Tools von CME Group stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung nach den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten auf knapp über 40 Prozent, nach zuvor 14 Prozent.
Schuldenanstieg stärkt Gold als Krisenwährung
Nicht zuletzt gewinnt die fiskalische Dimension an Gewicht. Angesichts der rasant steigenden Staatsverschuldung in den USA dürfte Gold seinen Status als sicherer Hafen zunehmend zurückgewinnen. Denn mit der wachsenden Schuldenlast mehren sich die Zweifel, ob die Vereinigten Staaten ihre Verpflichtungen langfristig ohne eine erhebliche Ausweitung der Geldmenge bedienen können. Die Tragweite dieser Entwicklung wird durch aktuelle Daten deutlich: Am 17. März überschritt die US-Staatsverschuldung die Marke von 39 Billionen Dollar – nur 147 Tage nach dem Sprung über die Schwelle von 38 Billionen. Bereits im Februar hatte der US-Kongress für 2026 ein Haushaltsdefizit von 1,85 Billionen Dollar beziehungsweise 5,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts prognostiziert.

Diese Schätzung erfolgte jedoch noch vor der Eskalation des Iran-Konflikts. In dessen Folge stellte Präsident Trump eine deutliche Ausweitung des Verteidigungsetats in Aussicht: Für 2027 steht eine Erhöhung des Budgets auf 1,5 Billionen Dollar im Raum – das sind rund 40 Prozent mehr, die dem sogenannten Kriegsministerium dann zur Verfügung stehen.

Geopolitisch herrscht gerade eine fragile Ruhe. Ein anhaltender Iran-Konflikt könnte die Währungen weiterer energieimportabhängiger Länder unter Druck setzen und Zentralbanken dazu veranlassen, mit Interventionen – etwa durch Goldverkäufe – gegenzusteuern, um die eigene Währung zu stabilisieren. Für Gold bedeutet das weiterhin eine erhöhte Schwankungsanfälligkeit. Ein historischer Blick liefert zusätzlich Argumente für Stabilisierung: Immer, wenn Gold in den vergangenen 30 Jahren einen monatlichen Rückgang von mehr als zehn Prozent hinnehmen musste, folgte im darauffolgenden Monat im Schnitt eine Erholung um rund 9,2 Prozent.

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